Trinktemperatur: 8°C Rebsorte: Furmint Charakteristik: Strahlendes Gelb. Fein, würzig nach Früchten, Rosinen und Anklänge von Mandeln. Empfehlung: Als Aperitif, zu Nüssen, zu Fleisch- und Fischgerichten als auch zu Edelpilzkäse oder Nußgebäck oder Käsegebäck und überbackenen Austern.
Herkunft: Der berühmteste Wein Ungarns ist nach der Stadt Tokaj im Nordosten des Landes nahe den Grenzen zur Slowakei und der Ukraine benannt. Das Wort „Tokaj“ ist wahrscheinlich hunnisch-türkischen Ursprungs und bedeutet soviel wie „Wald am Fluss“. Ungarischen Weinbau größeren Umfangs begründete König Béla IV. (1235-1270), den ersten Aufschwung im Tokajer-Gebiet gab es im 13. und 14. Jahrhundert. Wann der allererste Tokajer Aszú in der heutigen Form produziert wurde, ist unbekannt, aber er zählt sicher zu den ersten Weinen, die aus edelfaulen Beeren gewonnen wurden. Bereits 1590 taucht der Begriff „Asszu szolo Bor“ (Wein aus Aszúbeeren) im posthum erschienenen Werk „Nomenclatura“ von Balázs Szikszai-Fabricius (gest. 1576) auf. Und im Jahre 1635 werden in einer Bestandsaufnahme des Rákóczi-Kellers „7 Faß (Göncer) und 2 Àntalag (= kleines Faß) Aszúszölö-Bor“ (= Aszútrauben-Wein) erwähnt. Die definierten Grenzen des Gebietes haben sich im Verlaufe der Jahrhunderte öfters geändert. Die heutige Weinbau-Region Tokaj-Hegyalja (Hegyalja = am Fuße des Berges gelegen oder kurz Unterberg) wurde durch das ungarische Weingesetz im Jahre 1997 bestimmt. Das Tokajer-Gebiet wurde 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Tokaj liegt am Zusammenfluß von Tisza und Bodrog nahe des Kopaszhegy (Kahlberg mit 512m). Das Gebiet wird von den drei Flüssen Hernád, Bodrog und Tisza (Theiß) begrenzt. Diese beeinflussen das spezifisch feuchte, dem französischen Sauternes ähnliche Klima, das die für die Edelfäule erforderliche Botrytis ( ungarisch Nemes Penész ) fördert. Das Klima ist extrem, auf einen kühlen und trockenen Frühling folgt ein heißer Sommer und dann ein anfangs nasser, später trockener und lange sonniger Herbst. Die Weinberge umfassen rund 6000ha Rebfläche. Nur die Weine aus den zugelassenen Sorten Furmint mit 60% der Fläche, Hárslevelü mit 25%, Muscat Lunel (Muskateller) mit 7%, Kabar, Kövérszölö und Zéta (Oremusz) dürfen „Tokaji“ im Etikett führen. Weine aus anderen Sorten wie etwa Chardonnay dürfen lediglich die Ursprungs-Bezeichnung „Zempléni“ (nach dem Zempliner Gebirge) tragen. Die besten Lagen befinden sich in Bodrogkeresztúr, Mád, Mezözombor, Tallya, Tarcal, Tokaj und Tolcsva. Die speziellen Weine werden nach Weingut, Buttenanzahl (Puttonyos) und Lage benannt. Will man die Herkunft betonen, dann spricht man z. B. von einem Mádi Aszú (Aszú aus Mád). Disznokö verfügt über 130ha Anbaufläche und hat eine lange Tradition. Im 17. Jahrhundert als "Premier Cru" benannt, wurde es 1992 von der Axa Gruppe aus Frankreich übernommen, der auch Chateau Suduiraut in Sauternes bereits gehörte. Axa hat investiert, Anbauflächen aufgestockt, neue Installationen für die Weinbereitung und unterirdische Keller angelegt. Disznokö ist wieder da. Die gefragtesten Lagen Tokajis liegen zwischen 120-250m über Null. Drei Traubensorten sind zugelassen, die Furmint ergibt die geschmackvollsten Wiene. 2002 wird den Ungarn im Gedächtis bleiben, Der frühe Sommer war kühl, regnerisch und das Wachstum der Reben war verzögert. Die Lese zog sich bis in den Spätherbst und machte die Trauben besonders. Die zwei-buttigen wurden noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts produziert. Das Weingesetz aus dem Jahre 1997 sieht nur mehr drei- bis sechs-buttige vor. Die Anzahl der Puttonyos ist nur beim Aszú auf dem Flaschen-Etikett enthalten. Die Qualitätsstufen mit dem weingesetzlich vorgeschriebenen Mindest-Gehalt an Zucker und zuckerfreiem Extrakt in Gramm per Liter sind: 2 Puttonyos Aszú: wird nicht mehr erzeugt 3 Puttonyos Aszú: 60 - 30 4 Puttonyos Aszú: 90 - 35 5 Puttonyos Aszú: 120 - 40 6 Puttonyos Aszú: 150 - 45 Aszú-Eszencia: 180 - 50 Eszencia: 450 (früher 250) - 50
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